Zuverlässige Post

Vor über einer Woche habe ich ein Weihnachtspaket verschickt. Und vor ein paar Minuten habe ich mit der potentiellen Empfängerin telefoniert, die mir sagte, dass das angekündigte Paket immer noch nicht da sei.
Kann es sein, dass wir hier im tiefsten Urwald sind? Werden die Dinger etwa neuerdings per Esel ausgeliefert? Wohl nicht. Denn selbst mit dem ginge das garantiert schneller.

Die Online-Sendungsverfolgung sagt, dass das Paket am 31.12. nicht zugestellt werden konnte. Man beachte das Datum. *grummel*
Und dann steht da noch, dass die Auslieferung am folgenden Werktag erfolgen wird. Offensichtlich hat die Post eine andere Definition von am folgenden Werktag.
So langsam kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die beiden Begriffe - Zuverlässigkeit und Post nicht in einem Atemzug genannt werden sollten.

Morgen ist ein Telefonat fällig, das sich gewaschen hat. Ich will die Nummer von diesem Postboten! SOFORT!!!
2.1.06 23:14


Mitleser?

Da muss doch jemand vom Zustellservice heimlich mitlesen. Bevor ich mich aufregen und die Telefonnummer des Postboten gewaltsam in meinen Besitz bringen konnte, kam eine SMS: Paket ist angekommen.
Jetzt bleibt nur noch eine Frage offen: Wieso hat das soo lange gedauert? Muss man denn erst drohen?
Und... Wem lasse ich jetzt diese herrlichen Aggressionen zukommen?
3.1.06 23:19


Wirr

Wie erkennt man die Intention, welche dem Verhalten unseres Gegenübers zugrunde liegt?

Menschen sind mir suspekt. Sie verwirren mich.
5.1.06 23:08


Ach wie gut dass niemand wei?, dass mein Inn'res brennt wie Eis...
8.1.06 23:25


Und dann...

Hab mir gestern (wieder mal) den Film "Hinter dem Horizont" angesehen. Die Vorstellung vom Leben nach dem Tod, die dort Realität wird, gefällt mir. Eine Welt, die keine Grenzen kennt - außer der Reichweite meiner Fantasie. Wie würde diese Welt wohl aussehen? Vielleicht wäre es eine Waldlichtung umgeben von Eichen, Kastanien, Pappeln und Platanen. Und ein kleiner Fluß würde dort hindurchfließen. Mit Fischen darin, die im Wasser herumtollen. Die Lichtung wäre bedeckt von Gras und Farn. Aus dem Wald kommen Rehe und ein Hirsch, schlendern gemütlich an mir vorbei und schlagen den Weg zum Fluss ein. Vom Baum, an dem ich sitze, kommt ein Eichhörnchen herab, mustert mich kurz und springt auf meine Schulter. Es schaut mich an, als ob es sagen wollte: "Lass uns spielen." Ich werfe ihm eine Haselnuss zu und beobachte, wie das Eichhörnchen bedächtig beginnt, sie auszupacken.
Nach ein paar Minuten lege ich den Kopf zurück und schließe die Augen, lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen und genieße die Stille um mich herum - begleitet nur vom Gesang der Vögel, die durch die Baumwipfel schweben.

Ja - hier möchte ich sein.
12.1.06 21:18


Irgendwann mal gelesen

Keine Ahnung, warum ich ausgerechnet jetzt daran denken muss.

Dies ist ein Gespräch zwischen Veronika, Patientin in einer Nervenheilanstalt und ihrem Therapeuten.

"Was ist Realität überhaupt," fragt Veronika.
"Sie ist das, von dem die meisten glauben, dass sie so sein sollte. Nicht unbedingt besser, nicht logischer, doch den kollektiven Wünschen angepasst. Sehen sie was ich da um den Hals trage?"
"Eine Krawatte"
"Sehr gut. Ihre Antwort ist logisch, kohärent, die eines ganz normalen Menschen: eine Krawatte! Ein Verrückter würde jedoch sagen, dass ich ein buntes, lächerliches, nutzloses, auf komplizierte Weise geschlungenes Stück Stoff um den Hals trage, das die Beweglichkeit des Kopfes einschränkt und uns zwingt, tiefer zu atmen, damit Luft in die Lungen gelangt. Wenn ich in der Nähe eines Ventilators bin und nicht aufpasse, kann dieses Stück Stoff mich erwürgen. Wenn ein Verrückter mich fragt, wozu eine Krawatte gut ist, muss ich ihm antworten: zu überhaupt nichts. Nicht einmal zum Verschönern, weil sie heute zum Symbol der Versklavung, der Macht, der Distanz geworden ist. Die Nützlichkeit der Krawatte besteht darin, nach Hause zu kommen, sie abzunehmen und das Gefühl zu genießen, dass wir uns von etwas befreit haben, von dem wir nicht einmal wissen, was es ist. Doch rechtfertigt dieses Gefühl der Erleichterung die Krawatte? Nein. Dennoch wird,wenn ich einen Verrückten und einen normalen Menschen frage, was das ist,derjenige als gesund erachtet werden, der mir antwortet: eine Krawatte. Gleichgültig wer es richtig sieht oder wer recht hat."


Die ganze Geschichte kann man hier käuflich erwerben. Die Investition lohnt sich durchaus.
12.1.06 22:27


Tipps

Ich hab mir gestern mal wieder die Zeit genommen, ein Buch zu lesen. Und hab es nicht mehr aus der Hand gelegt, bis die letzte Seite umgeblättert war. Es ist lange her, dass ich ein Buch an einem Stück gelesen habe. Aber dieses hat mich wirklich nicht mehr losgelassen. Mit einem skeptischen Blick auf die Uhr bin ich dann um 3.30 Uhr ins Bett gegangen.

Übrigens: Wem der Titel "Big City Life" gefällt, der sollte sich unbedingt den Rest des Albums Signs Of Struggle anhören. Es lohnt sich.
16.1.06 21:27


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