Aus den Tiefen der Zeit

Ich bin ja hin und weg.
Gestern habe ich durch Zufall (wie das ja oftmals passiert) auf einem Userprofil einen Song gehört, der mich auf Anhieb gefangen nahm. Klänge, die über die Zeitalter hinweg von den alten Göttern der Nordmänner erzählen. Sowohl die Lyrics, wie auch die Klangwelt der Musik versetzen den Hörer in die Zeit Odins, Freyjas, Thors und all jener, von denen die Edda zu berichten weiß.

Da Worte das nicht wiedergeben können, mag jeder selbst entscheiden. Hörproben und Lyrics gibt es auf der Seite der Sängerin Andrea Haugen, auch Nebelhexë genannt.

Das Eine steht jedenfalls fest: Es gibt einen Fan mehr.
1.3.06 22:11


Treue

Wie lange gilt der Treueschwur? Ist er ewig? Oder orientiert er sich an den jeweiligen Umständen im Hier und Jetzt? Was ist Treue? Einem Menschen ein Leben lang zur Seite stehen? "Monogam" sein? Oder ist Treue mehr als das? Was ist, wenn man sich neu verliebt? Wenn man beginnt, einen anderen Menschen zu lieben? Kann man dann noch treu sein? Soll man diese neue Liebe aufgeben, weil man ja einst einen Schwur leistete?
Manch einer wird sagen: "Du hast einst einem geliebten Menschen die Treue geschworen. Jetzt stehe zu Deinem Wort!"

Ich jedoch denke da anders: Wenn ich mich heute entschließe, diese neu gefundene Liebe zugunsten des Schwures aufzugeben, betrüge ich drei Menschen.

Meinen derzeitigen Partner, weil ich beginne, mich zu verstellen - bis hin zur Lüge. Ich würde sagen: "Ich liebe Dich." Aber gemeint wäre jemand anderes. Über kurz oder lang würde mein Partner das merken und das Zusammenleben würde immer schwerer werden, weil das Fundament zerstört wäre. Man würde sich nichts mehr zu sagen haben und nebeneinander leben, statt zusammen. Zudem würde ich meinem Partner die Möglichkeit nehmen, mit jemandem glücklich zu werden, der vielleicht zwei Wochen später in dessen Leben tritt und aus den gleichen fadenscheinigen Gründen abgewiesen würde.
Ich würde meine neue Liebe betrügen, weil ich sagen würde: "Mein Partner ist mir wichtger." Aber in dem Atemzug, in dem ich diese Worte aussprechen würde, wüssten wir beide, dass sie nur dem "Ehrgefühl" oder dem "Pflichtbewusstsein" entspringen.
Ich würde mich selber betrügen, weil ich meine Chance auf Glück mit Füßen trete und mich abwende. Die Frage nach dem "Was wäre gewesen, wenn..." würde mich nicht mehr loslassen und mich den Rest meines Lebens begleiten.

Warum sollte man seinen Schwur nicht anhand der derzeitigen Umstände neu bewerten? Warum sollte ich meine Treue nicht damit beweisen dürfen, den Partner freizugeben, auf dass er sein Glück mit jemandem finden kann, der jetzt besser zu ihm passt? Warum sollte sich meine Treue nicht durch Ehrlichkeit erfüllen dürfen? Warum sollte ich mich dem Leben in den Weg stellen? Die Wahrscheinlichkeit, dass jeder von uns Dreien glücklich würde, wenn ich meinem Herzen folge, ist doch viel höher, als wenn ich mich an den seinerzeit geleisteten Schwur halte.

Letzten Endes geht es doch nur um eines: Um mich und darum, wie ich mit der Situation und den beteiligten Menschen umgehe. Und darum, dieses Recht auch dem Anderen zuzugestehen.
2.3.06 23:37


Winter, die Dritte

Geschneit hat es. Gestern den ganzen Tag und teils die Nacht hindurch. Alles toddert herum. Und ich stehe da und erfreue mich an dem weißen Anblick.
Habe vorhin für die armen Passanten den Weg freigeschaufelt. Und bei der Gelegenheit auch gleich 150 m² Hof vom weißen Nass befreit. Der Schnee liegt jetzt fein säuberlich an der Seite hochgestapelt.

Sogar der Winterdienst war zu sehen. Der Mythos lebt also doch.
11.3.06 10:57


Grummel

Manchmal ärgere ich mich ja doch, dass ich keinen fahrbaren Untersatz besitze. Ich hätte heute so schön mit Freunden zu einer Lesenacht gehen können. Da werden selbstverfasste Texte gelesen und zwischendurch gibt es Musik auf die Ohren. Da das Ganze in einem Coffee-Shop stattfindet, hätte ich Koffein-Junkie mich nach herzenslust durch die Karte trinken können. Außerdem haben die da so leckere Kekse zum Kaffee.
Aber - was soll ich sagen: Ich komme nicht rechtzeitig hin. Was an sich ja noch nicht mal so tragisch wäre. Aber ich hab keine Lust, die 40 Kilometer zurück zu laufen. Der letzte Zug geht schon kurz vor 21.30 Uhr. Und das lohnt sich dann wirklich nicht.
Also sitze ich jetzt hier und klage der Welt mein Leid. Aber ich habe ja die Hoffnung, dass es das nächste Mal besser klappt.

Und damit ich wenigstens etwas schönes heute abend habe, mache ich mir jetzt einen köstlichen Karamel-Macchiato.
17.3.06 20:59


So spielt das Leben

Im Moment geht alles so ein bißchen den Bach runter. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung, meinen Job zu kündigen oder umzuziehen. Und diese Entscheidung müsste ich eigentlich in den nächsten Tagen treffen.

Bis vor einer Woche war alles noch in Ordnung. Wir haben eine Fahrgemeinschaft zum Arbeitsplatz, welcher ca. 80 km von hier entfernt liegt. Aber Mitte letzter Woche eröffnete mir "mein" Fahrer, dass er seine Beziehung beendet und jetzt jemand anderen hat. Besagte Person wohnt also in der Nähe unserer Firma, womit sich für meinen Kollegen die Notwendigkeit des täglichen Fahrens erübrigt. Da ich weder einen fahrbaren Untersatz mein Eigen nennen darf, noch mir einen solchen leisten kann ist es jetzt an mir, nach Alternativen zu suchen. Öffentliche Verkehrsmittel bzw. Fahrgemeinschaften stehen nicht zur Diskussion, weil beide nicht mit meiner Arbeitszeit zu vereinbaren sind.

Zur Zeit bin ich am Überlegen und prüfen, ob ich mich mit dem zu erwartenden Arbeitslosengeld über Wasser halten kann. Wenn das der Fall ist, könnte ich mich nach einem neuen Job umschauen. Diese Alternative bietet sich von daher an, weil ich in den letzten Wochen immer öfter über einen Wechsel nachgedacht habe. Somit könnte ich es als einen "Wink des Schicksals" betrachten. Aber wenn dieses Schicksal schon so nett ist, mir bei meiner Entscheidungsfindung hilfreich zur Seite zu stehen, hätte ich doch ganz gerne ein paar Tage mehr Bedenkzeit gehabt. Aber so ist das nun mal mit dem Leben: Es schleicht sich von hinten an dich heran, mit einer dicken Keule in der Hand und holt zum Schlag aus. Glücklich darf sich jener schätzen, der hin und wieder einen Blick über die Schulter riskiert, um zu sehen, ob vielleicht schon jemand hinter ihm steht.

Um der Alternative (also dem Umzug) auch noch einmal die Möglichkeit des Einspruchs zu geben: Das ist für mich im Moment die allerletzte Option. Von mir aus nenne man mich unflexibel und dumm. Aber seit meinem Auszug aus dem elterlichen Heim kommt das hier das erste Mal einem Ort, den ich "zu Hause" nennen könnte, recht nahe. Und das eine darf man mir glauben: Vier Jahre ohne einen Ort, den man "zu Hause" nennt, sind eine verdammt lange und haltlose Zeit. Das wieder aufleben zu lassen, würde ich mir gerne ersparen.

Aber wer weiß schon, wie einem das Leben so mitspielt...
23.3.06 21:01


Ich habe gerade beschlossen, der Flasche Wein hier neben mir den Garaus zu machen...
23.3.06 22:21


CDU-Innenminister fordern

...Verbot von "Killerspielen"

Dieses Anliegen ist mittlerweile altbekannt und erscheint in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in den Nachrichten. Worum es diesmal konkret geht, möge der geneigte Leser hier erkunden.

Was ich daran bemerkenswert fand, ist dieser Kommentar zu dem Artikel.
    Zwei Jahre später

    Du bist sechzehn Jahre alt
    Man muss dich schützen vor Gewalt,
    Vor allem vor unglaublich vielen
    Unsäglich bösen Killerspielen.

    Doch zwei Jahre später dann,
    Statt rumzuhängen stehst du stramm,
    Statt weit geschnitten und lasziv
    Trägst du braun gefleckt oliv.

    Man zeigt dir, wie du richtig zielst
    Mit Spitzentechnik und du spielst
    Nicht mit Joystick, Maus und Browser
    Doch mit Hi-Tech Marke Mauser.

    Man ballert rum und schießt und rennt,
    Beim Unreal-Balkan-Tournament.
    Und dann spielst du, Dank Herrn Bush,
    Counterstrike am Hindukusch.


    via Heise
25.3.06 16:41


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